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Von Tostedt in die Heide mit dem Heide-Shuttle

Tostedt als Ausgangsziel für eine Tour durch die Heide? Das ist ab diesem Sommer ohne Stress und ohne Fahrtkosten möglich, und zwar mit dem HeideShuttle. Marion Wenner, Mitarbeiterin der Samtgemeinde-Verwaltung, hat sich mal auf den Weg gemacht. Ein sonniger Samstagvormittag. An der Haltestelle des Heide-Shuttles vor dem Tostedter Bahnhof treffen immer mehr Menschen ein, allein, zu zweit, in Gruppen, mit Baby oder Hund. Manche schieben ein Fahrrad und warten ungeduldig auf den Heide-Shuttle-Bus. So wie mein Freund und ich auch. Es ist unsere erste Fahrt mit dem Heide-Shuttle. Wir wollen in Undeloh aussteigen und von dort aus durch die blühende Heide nach Oberhaverbeck fahren, von wo aus uns der im Ringverkehr fahrende Shuttle wieder zurückbringen wird zum Bahnhof Tostedt. Da nähert sich auch schon pünktlich der Heide-Shuttle. Der Busfahrer springt fröhlich heraus und hilft uns und weiteren Radlern, unsere Drahtesel auf dem Fahrradanhänger zu verstauen und zu sichern. Während der Fahrt erfüllt ein Gemisch aus unterschiedlichsten Dialekten und Sprachen den Bus, von Schwäbisch über amerikanisches Englisch bis hin zu Chinesisch. Ich komme mit der neben mir sitzenden jungen Frau ins Gespräch und erfahre, dass sie aus Taiwan stammt, in Hamburg arbeitet und mit ihren ebenfalls taiwanesischen Arbeitskollegen an diesem Nachmittag einen Ausflug in die Heide macht. Ein weiterer Fahrgast erzählt, er sei aus Norderstedt und habe Tostedt als Ausgangspunkt für seine Tour gewählt. Welle, Handeloh, Inzmühlen, Wesel und schließlich Undeloh, unser Ziel. Auf einem Bildschirm im Shuttle werden die Stationen groß und deutlich angezeigt, zwischendurch läuft eine Bandansage mit interessanten Informationen über die Region, etwa über die durch Gletscher geformte Landschaft oder den Verweis auf den Seeve-Radweg. Wir steigen aus, nehmen unsere Fahrräder entgegen, und los geht’s nach Wilsede. Das aber scheint das Ziel von gefühlt Hunderten von anderen Menschen auch sowie von Dutzenden von Pferdekutschen zu sein. Also kleine Planänderung: Wir fahren nicht zum Wilseder Berg, sondern erfreuen uns an der Fahrt auf dem wenig bevölkerten Weg Richtung Behringen. Die Landschaft mit ihrer üppig blühenden, süß duftenden Heide, den dunkelgrünen Wacholderbüschen und den silbrigen Birken verzaubert uns. Wir fahren über den Wulfsberg zum Tütsberg, wo wir im Garten des Hotels Hof Tütsberg Rast machen, Hunger und Durst stillen und mit unseren Tischnachbarn aus Ostfriesland ins Klönen kommen. Wieder aufs Rad schwingen und auf zur Endstation unserer rund 25 Kilometer langen Tour, nämlich nach Oberhaverbeck. Unseren Weg säumen Bienenstöcke und auch mal eine Heidschnuckenherde. Jetzt sind wir am Ziel und gönnen uns noch einen Eiskaffee. Dann schnell zur Bushaltestelle. Es ist 17.14 Uhr. In vier Minuten soll der Heide-Shuttle abfahren. Aber außer uns wartet hier niemand. Und wo ist eigentlich das Logo vom Heide-Shuttle, das in Tostedt so gut sichtbar an der Haltestelle befestigt ist? Keine Frage: Wir stehen an der verkehrten Bushaltestelle. Zum Glück haben wir es gerade noch rechtzeitig bemerkt und kommen auf die Minute genau an der richtigen Haltestelle in der Nebenstraße an. Glück gehabt. Die Fahrgäste im Bus schwärmen von ihren schönen Touren durch die Heide. Manch einer will das gern wiederholen, wir auch. Zeit dafür haben wir alle noch bis zum 15. Oktober, dem Saisonende des Heide-Shuttle-Verkehrs. Aktuelle Heide-Shuttle-Fahrpläne liegen im Tostedter Rathaus und an vielen weiteren Stellen aus. Sie sind auch neben weiteren Infos und Karten im Internet zu finden unter www.heide-shuttle.de Text und Foto: Marion Wenner